Substrate cleaner bzw. Mulmglocke

Hallo miteinander in Deutschland ! Ich habe eine Frage bzgl. zur Anwendung eines substratcleaners bzw. mit Untertitel Mulmglocke. Aus zeitlichen und wassertechnischen (Wasserhaerte bei uns, da wir Wasser aus kalkhaltigen Gestein beziehen 32 KH, daher der große Osmoseaufwand ) möchte ich auf Altwasser auarium umstellen.
Da ich in den Foren hauptsächlich in letzter Zeit Stambi und Jochenb als positiv bzw. nicht negativ über diese Form der Haltung gelesen habe, möchte ich , wenn sie zufällig meinen Beitrag lesen, diese anreden, nber natürlich auch von allen andere die sich mit der materie beschäftigt haben und positiv wohlwollend darüber denken sind herzlich eingeladen mir ihre vorschläge zu schreiben:
Zum Thema:
Habe ein 220 l Aquarium mit folgender Belegung: 2 Scalar, 8 Corydoras sterbai, 4 Guppy und 6 Neon und 10 winzige White pearl Garnelen. Guppy oder Neon lasse ich "auslaufen"
Aquarium ist dicht bepflanzt.
Meine 1. Frage: Sind die Fische. eventl minus evtl der Neon oder Guppy. zuviel für solch ein Aquarium, da sich hier ja Fischaussscheidung und Nahrungsreste die Waage halten sollten mit der Nahrungsaufnahme von diesen von den Pflanzen.
2. Frage: Bekomme jetzt ziemlich erhöhte Phosphatwerte ( wenn über 3mg/l gebe ich Phosphatentferner dazu damit es wieder auf ca 1,6 mg/l fällt )was ja wahrscheinlich normal ist anfangs bei so einer Art des Beckens. Aber wie schon oben als Überschrift erwähnt, meine Frage richtet sich dahingehend ,ob so ein Substrate cleaner , der wie angeführt wird, schädliche gasförmige Verbindungen sowie Phosphat und Nitratquellen im Bodengrund aufspaltet, zielführend ist. .Die Anwendung ist relativ einfach und nicht aufwendig :Man gibt alle 14 Tage das mittel dazu bis der Bodengrund sauber ist, dann nur mehr monatlich. Das Produkt kommt von Microbe - Lift.
Oder soll ich das Becken laufen lassen wie es ist und auch keinen Phophatsenker hineingeben, wenn dieses Phosphat auch weiter ansteigt.
Bzw. soll ich noch Fische ( Garnelen ) weggeben, da sie noch zuviel für die Größe des Beckens für ein Altwasseraquarium ?

Freue mich schon auf die Beiträge und schönen Gruß aus den -fast- coronafreien Österreich. Bei euch hört man schon wieder andere Sachen!
Grüße Josef
 

Starmbi

Mitglied
Hallo Josef,

schau dir doch einfach nochmals meine Beiträge zu den bereits von dir gestellten Fragen an.
Da wurde eigentlich ja alles beantwortet und interessante Links gepostet.

Sobald sich Nitrat oder Phosphat anreichert, hast du ein Missverhältnis zwischen Pflanzenwuchs und Fischfutter. Das beißt sich dann mit einem Altwasserbecken.

[..] ob so ein Substrate cleaner , der wie angeführt wird, schädliche gasförmige Verbindungen sowie Phosphat und Nitratquellen im Bodengrund aufspaltet, zielführend ist.
Für ein Altwasser-Becken ist der Mulm essentiell, ich weiß nicht, was der Substrate Cleaner mit ihm anrichtet.
In was wird denn Phosphat aufgespaltet? Wenn es im Bodengrund liegt ist es doch eh immobilisiert.
Was sind Nitratquellen? Nitrat, oder Stickstoffentfernung geht nur über Reduktion zu gasförmigem Stickstoff.
Nitrate sind gut wasserlöslich und reichern sich nicht im Boden an.
Als schädliche gasförmige Verbindung kenne ich nur Schwefelwasserstoff (Geruch nach faulen Eiern) und darüber beklagt sich kaum jemand.

Ich würde einen Mittelweg gehen und z.B. alle 2 Monate ca. 30% Wasser wechseln.
Das funktioniert aber auch nur, wenn sich Nitrat und Phosphat nicht anreichert.

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan !
Anbei die Produktbeschreibung des Mittels von dem ich sprach Nur zur Kompletierung.
Kann mir aber vorstellen, nach all deinen Ausführungen, dass dieses Mittel eher kontraproduktiv für ein Altwasseraquarium ist.

Trotzdem noch letzte Fragen:
1. Sind Deiner Meinung nach meine oben angeführten Fische zuviel für die Größe meines Beckens mit ca 220 l - da dies ja auch durch die Ausscheidungen der Fische relevant ist - oder ist die Anzahl bei gut bepflanzten Becken tolerabel ?

2.Habe eigentlich keine Probleme mit dem Nitrat 40 mg/l als wie mit Phosphat. Soll ich mir da mit Phosphatentferner helfen zeitweise - natürlich ist mir klar dass dies nicht die Ursache bekämpft.
Aber ich las auch, dass Phosphat und Nitrat grundsätzlich nicht schädlich ist für Fische, wenn sie nicht zu Nitrit oder Ammoniak werden und theoretisch Nitrat bis 100mg/l und Phosphatwerte von , sagen wir ,5mg/l tolerabel sind. Das las ich in Aquaristik ohne Geheimnisse von Dr.Gerd Kassebeer, den du ja als Altwassererfahrener sicher kennen wirst.
Wie hoch also darf mein Nitrat und Phosphatwert jetzt steigen , bis wie es immer heißt, dass sich ein Altwasserbecken erst nach Monaten stabilisiert ?

So, nun bitte ich dich um eine kurze zusammenfassende Empfehlung für meine weitere Vorgangsweise, wenn ich weiterhin ein Altwasserbecken betreiben will und jetzt noch mehr beim Füttern aufpasse punkto Menge, bzw. Fische hergebe.

Wenn alle Stricke reißen, muss ich dann halt doch zu deiner Notlösung , alle 2 Monate , greifen.
Liebe Grüße aus Österreich
Josef




Produktbeschreibung
Biologische MulmglockeEin speziell entwickeltes Bakterienpräperat für den Einsatz in Meer- und Süßwasser Aquarien. Enthält spezielle Bakterien, cellulosehaltige Bestandteile und ausgewählte biologische Beschleunigerdie sich als eine wirksame Kombination für die Verringerung des organischen Abfalls im Aquarium zusammensetzen. Funktionen und Vorteile:- Reduziert und bindet Nährstoffe einschließlich Phosphate. - Reinigt den Bodengrund. - Reduziert Nitrat- und Phosphatquellen im Bodengrund und Gestein. - Schnelle und natürliche Schlamm- und Schmutzentfernung. - Beseitigt schädliche gasförmige Verbindungen. - Erzielt nachhaltig kristallklares Wasser. - Enthält natürliche Bakterienstämme aus Mangroven-Gebieten. - Basiert auf einer organischen und mikrobiellen Grundlage. - Wirkt 80% schneller als handelsübliche BakterienprodukteWenn organische Feststoffe sich auf dem Boden im Aquarium sammeln oder auflösen werden toxische Gase und derenNebenprodukte im Aquarium freigesetzt. Diese gasförmigen Nebenprodukte gefährden Fische und Pflanzen. Der GravelundSubstrate Cleaner baut diese organischen Feststoffe ab, reduziert und beseitigt die möglichen schädlichengasförmigen Verbindungen und hilft nachhaltig das Aquarium zu reinigen. Empfohlen für die Verwendung mit allen Microbe-Lift Produkten. Dosierung:Verschmutzte Aquarien:Bei sichtbaren Mulm- und Schmutzansamml ungen geben Sie alle 14 Tage zwei TL (10 ml) auf 40 Liter hinzu, bis das Substrat sauber ist. Danach folgen Sie dem Schema der Wartung und Pflege. Wartung und Pflege:Geben Sie einmal im Monat einen TL (5 ml) auf 40 Liter hinzu, um ein Ansammeln von Mulm und Schmutz zu verhindern.

Set enthält:
Substrate Cleaner – Bakterien zur Mulm- & Schmutzentfernung im Aquarium
 

Starmbi

Mitglied
Hallo,
Anbei die Produktbeschreibung des Mittels von dem ich sprach
Bevor ich eine Meinung über ein Produkt abgebe, recherchiere ich natürlich gründlich. Deshalb kenne ich auch die Produktbeschreibung.

zu 1.
Ich habe in meinem dicht bepflanzten Becken mit CO2-Düngung (450l) momentan einen Skalar und ca. 12 C. sterbai, sowie einen Ancistrus.
Nitrat/Phosphat ist kaum nachweisbar. Mulm ist nicht sichtbar, sickert aber in meinen 2-3mm-Kies ein.
Das wäre eine gute Grundlage für ein Altwasserbecken.

Bei deinen Werten werden sich Nitrat und Phosphat weiterhin steigern.
Ein Altwasserbecken ist kein Zauberkasten. Nitrat und Phosphat werden auch hier nicht "weggezaubert".

zu 2.
Phosphat-Entferner entfernen ja kein Phosphat, die können ja auch nicht zaubern.
Meist wird Eisenchlorid eingesetzt, wobei Phosphat als Eisenphosphat ausgefällt wird und im Bodengrund und Filter landet. Da alles eine Gleichgewichtsreaktion ist (Massenwirkungsgesetz) löst sich bei hohen Konzentrationen das Phosphat wieder. Regelmäßige Filterreinigung könnte helfen, spricht aber eigentlich gegen das Konzept Altwasser.

Wenn dein Nitrat und Phosphat ohne Wasserwechsel konstant bleiben könntest du einen Versuch wagen, ansonsten musst du etwas umstellen.
  • weniger füttern
  • Fische abgeben
  • mehr Pflanzen, ergo
  • mehr Licht und oder
  • mehr CO2
Aus zeitlichen und wassertechnischen (Wasserhaerte bei uns, da wir Wasser aus kalkhaltigen Gestein beziehen 32 KH, daher der große Osmoseaufwand ) möchte ich auf Altwasser auarium umstellen.
Da keine Geld-technischen Probleme genannt wurden, könntest Du Dir auch eine gute Osmoseanlage zulegen.
Zeit ist natürlich auch ein Argument.
Aber mit guter Planung schluckt ein Osmosanlage auch keine Zeit.
Wenn dir aber schon die Zeit für einen Wasserwechsel fehlt, solltest du deine Prioritäten mal überdenken.

Ich hatte damals Altwasser nur ausprobiert, weil die Qualität meines Aquarienwassers vor dem Wechsel besser als die des Trinkwassers war. Wenn Du da hin kommst, steht dem Versuch nichts im Wege.

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan !
Danke für Deine kompetenten Ausführungen !

Da Du Deinen Ausführungen nach in einen 450 l Becken 14 Fische hast, müsste ich logischrerweise bei mir auf 7 reduzieren. wenn ich - evtl.! - auch zu solchen Werten möglicherweise komme.Wobei ich mir dann schon die Frage stelle , wenn ich einen Teil meiner Sterbai drinnen lasse - unter 5 will ich ja bei denen als Gruppentiere ja nicht gehen - ob man dann überhaupt Fische sieht, wie man es von einen Aquarium, sagen wir mal, im gewohnten Sinn erfährt. Da ja die Sterbai in meinen schon relativ dicht bewachsenen Aquarium mit Wurzel nicht besonders oft zu sehen sind !

Werde mir dann doch Deinen alternativen, vernünftigen Vorschlag mit 30 % Wasserwechsel innerhalb 2 Monate wohlwollend überlegen.
Wobei aber das Grundproblem des Phosphats, glaube ich zumindest, trotzdem nicht gelöst scheint, da muss ich wohl oder übel trotzdem noch Deine Vorschläge mit einer teilweisen Verringerung des Fischbestandes und eine ganz konsequente Futterreduzierung zu Herzen nehmen.

Habe aber trotzdem zwei theoretische und ein paar praktische Fragen an dich da du ja in der Wasserchemie sehr bewandert bist.
1. Ist es grundsätzlich NICHT gesundheitsschädlich für Fische, wie ich gelesen habe bei Kassebeer wenn ich Nitratwerte von sagen wir 80 mg/l und dabei Phosphatwerte von ca 5 mg/l habe ? Schädlich sind ja diese angeblich für Fische nicht ?

2. Ich zitiere Kassebeer weiter: "So kommt es nur in schlammarmen Becken zu hohen Nitratwerte, ansonsten bleibt die Akkummulation bei moderaten Werten. In Fällen in denen Phosphat angereichert wird findet man selten mehr als 5 mg/l , meist nur wenige !, mg/l .
auch hier der Hinweis dasss Phosphat kein Schadstoff für Fische ist, sondern - möglicherweise -ein Hemmstoff für Pflanzen. Der grund für das Stagnieren der Phosphatkonzentration liegt wohl ehr an der ausfällung als Calciumhydrogenphosphat das dann in schwer lösliches tri-Calciumdiphosphat übergeht. Das Phosphat verschwindet dann nicht, aber aus dem Wasser. Es sammelt sich im Filterschlamm. MACHT man einen KRÄFTIGEN Wasserwechsel so kann man eine Tücklösung des Phosphats beobachen.

Frage: Sind daher meine möglicheWasserwechsel ? Und soll ich auf keinen Fall den Boden mulmen bzw wann sollte ich trozdem . Soll ich evtl regelmäßig das im Filterschlamm angereicherte Phosphat auswaschen. Dann drängt sich aber das WIE OFT auf !

Ich hoffe, dich mit meinen Ausführungen nicht gelangweilt zu haben, aber trotz von mir immer wieder gelesenen Fachliteratur braucht man doch eine Person die a) die dieMaterie grundauf versteht und b) diese schon praktisch ausgeführt hat und auf langjährige Erfahrung zurückgreifen kann, was ja bei mir nicht der Fall ist.
Schönen Sonntag noch Josef
 

Starmbi

Mitglied
Hallo,
Da Du Deinen Ausführungen nach in einen 450 l Becken 14 Fische hast, müsste ich logischrerweise bei mir auf 7 reduzieren.
Sehr grob verallgemeinert. Ein Neon benötigt viel weniger Nahrung als ein Skalar.
Außerdem, selbst bei 10-facher Fischmenge habe ich kaum NO3 oder PO4.
Man kann 2 Becken nie miteinander vergleichen.
Besatz, Fütterung, Düngung, Pflanzenanteil, Licht, CO2 müssen dabei berücksichtigt werden.

Die sicherste Art um Phosphat und Nitrate zu entfernen, ist das Entfernen von Pflanzen.
Ich finde dein Becken jetzt nicht überbesetzt, aber bei deinen Wasserwerten schaffen die Pflanzen leider kein Gleichgewicht.
Hast du genügend Licht, düngst Du CO2?

Du kannst Dein Pflanzenwachstum über die Steuerung von Düngung, CO2 und Licht um den Faktor 5-10 verlangsamen oder beschleunigen. Somit kannst Du auch den Schadstoffaustrag um diesen Faktor beeinflussen.
Werde mir dann doch Deinen alternativen, vernünftigen Vorschlag mit 30 % Wasserwechsel innerhalb 2 Monate wohlwollend überlegen.
Der Wasserwechsel dient nicht dem Schadstoffaustrag, sondern soll etwas Ca und Mg ins Becken bringen und einige Salze entfernen. Zur Phosphateliminierung taugt das nichts, wie du schon geschrieben hast.

1. Ist es grundsätzlich NICHT gesundheitsschädlich für Fische, wie ich gelesen habe bei Kassebeer wenn ich Nitratwerte von sagen wir 80 mg/l und dabei Phosphatwerte von ca 5 mg/l habe ? Schädlich sind ja diese angeblich für Fische nicht ?
Solange du keine Algen hast, oder diese tolerierst, sind beide Werte für Fische uninteressant.
Ich zitiere Kassebeer weiter: "So kommt es nur in schlammarmen Becken zu hohen Nitratwerte, ansonsten bleibt die Akkummulation bei moderaten Werten. In Fällen in denen Phosphat angereichert wird findet man selten mehr als 5 mg/l , meist nur wenige !, mg/l .
Ja, hast du denn schon den Schlamm, der das leisten kann?

Der Schlamm entsteht nicht durch ein Altwasserbecken, er ist völlig unabhängig davon!

Im Gegensatz zu Phosphat, kann man Nitrat wirklich entfernen, dazu braucht man aber sauerstofffreie Zonen im Filter und/oder Bodengrund, der auch vom Mulm begünstigt wird.
Was für einen Bodengrund hast Du denn?
Frage: Sind daher meine möglicheWasserwechsel ? Und soll ich auf keinen Fall den Boden mulmen bzw wann sollte ich trozdem . Soll ich evtl regelmäßig das im Filterschlamm angereicherte Phosphat auswaschen. Dann drängt sich aber das WIE OFT auf !
Kann man pauschal nicht beantworten. Aber ein Großteil des Schlamms sitzt auch im Filter!
Der Schlamm kann nicht unbegrenzt Schadstoffe aufnehmen oder abbauen.

Ich fahre kein Altwasserbecken mehr, wechsle aber eher wenig Wasser (30% alle 4-6 Wochen).
Da ich meinen Schlamm pflege, benötige ich keinen Dünger (außer CO2 und Licht).
Ca. 1x im Jahr mulme ich und ca. 1-2x im Jahr reinige ich meinen Filter (30l-Volumen).
Wohlgemerkt, bei kaum nachweisbarem Nitrat und Phosphat.
Kann bei dir also völlig anders aussehen.

Meine Erfahrungen:
  • Wenn bei mir Phosphat steigt reinige ich den Filter. Dann ist erst mal Ruhe.
  • NIEMALS Filter reinigen und Bodengrund mulmen gleichzeitig.
  • Der Mulm im Bodengrund ist wichtiger für Pflanzen, als der Mulm im Filter.

Der Schlamm wächst zwar mit den Anforderungen, hat aber auch nur eine begrenzte Aufnahmekapazität, die du nicht überlasten solltest.

Damit Altwasser funktioniert, musst du die Schadstoffe in den Griff bekommen:
  • Weniger Fische/weniger füttern und/oder
  • Bessere Bedingungen für Pflanzenwachstum zum Schadstoffaustrag.
Letzteres bedeutet aber auch mehr Gärtnern, was dann wieder ein Zeitfaktor ist.

Falls du das Projekt in Angriff nimmst, dokumentiere den Fortschritt bitte hier.

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan !
Danke für Deine umfangreiche und ins Detail gehende antworten !
Gehe nun chronologisch vor

Licht habe ich 4 x 18 W Lampen von Dennerle, relativ schon lange im Gebrauch (ca. 3 Jahre, was aber keine Rolle spielen darf wie ich einmal wo gelesen habe) Pflanzenwachstum ist gut ! CO2 im Schnitt 20 -30 mg/l.
Mir ist bzgl. Pflanzen klar, dass man mit diesen beim Garteln, damit immer wieder Jungpflanzen nachwachsen den Nitrat und Phosphathaushalt beeinflussen kann.

Mit Algen habe ich , außer einen kleinen Grünalgenanteil, der sogar irgendwie gewünscht wird von mir, keine Probleme.

Bezüglich Schlamm kann ich nichts sagen, da ich hier keine Parameter kenne an denen ich "das Genug " ablesen kann. Könnte mir aber vorstellen , dass es nach 3 Monate ohne mulmen sicher noch nicht so weit ist.

Als Bodengrund habe ich feinkörnigen Kies , ca 1,5 mm.

Könntest du mir Deinen Ausdruck "Schlamm pflegen" etwas genauer erklären, damit ich es verstehe.?

Beim Filter musst du mir auch weiterhelfen. Heisst 30 l Volumen, dass der Filter 30 l !! Wasser fasst ?
Wenn das wirklich dein Filtervolumen ist kann ich mir schon vorstellen dass Dein Filter eine riesige Kapazität an Mulm hat und damit auch eine Pufferzone für Phosphat.

Da kann ich mit meinen Eheimfilterchen experience 250 mit schätzungsweise max. 5 l nicht mit.
Wobei ich schon auch schaue den Filter erst zu reinigen wenn erst die Hälfte der maximalen Druchflussmenge herauskommt. Glaube sogar dass man noch weiter hinuntergehen könnte mit der Durchflussmenge.Bodengrund und Filter reinigen gleichzeitig ist sowieso kein Thema !

CO2 dürfte ich meiner Meinung ja genug haben, mache das mit der Hefe-Zucker Flasche von Aquarichtig, wenn die besondere Art mit Tortengelee, ausreichend für mein 220 l Aquarium für 2 Monate .

Bei den Lampen weiss ich nicht, ob die lange Brenndauer wirklich keine Rolle spielt, kann da nur auf Beiträge im Net zurückkommen, wo dies negiert wird dass es einen Einfluss hat.

Bezüglich der Sterbai, die auch Du derzeit in größerer Anzahl im Becken hast, habe ich die Frage, ob man die nur sehr sehr sparsam füttern braucht, da sie sich von allerlei abgestorbenen Pflanzenresten und sonstiges am Boden ernähren. Ich gedraute mir das bis jetzt bei meinen 8 Stück noch nicht so radikal anwenden ?

Aber nach Deinen Erläuterungen glaube ich,bin ich besser aufgehoben doch alle ca 2 Monate, wie du als Alternative schon vorgeschlagen hast, einen 30 %Wasserwechsel vorzunehmen, den Mulm am Boden und soweit wie möglich im Filter wachsen lassen, mit der Fütterung "neidig" werden.

Falls ich aber mich wirklich entschliessen sollte, wenn ich das Phosphat im Griff habe, mit dem Altwasser weiterzumachen werde ich es hier dokumentieren !

Wenn Du nur noch so nett wärst meine obigen Fragezeichen zu beantworten .

Liebe Grüße aus den Raum Wien Josef
 

Starmbi

Mitglied
Hallo Josef,

Licht und CO2 ist schon mal gut!
Bei Pflanzen kannst Du dir schnellwachsende Arten aussuchen, die mächtig Schadstoffe aufnehmen, z.B
Limnophila sessiliflora wuchert bei mir.
Dann ist allerdings öfter Gärtnern angesagt, geht aber schnell:
Ich ziehe die aus dem Boden, schneide sie in der Mitte durch und stopfe den oberen Teil wieder in den Boden. Dauert 30 Sekunden.
Als Bodengrund habe ich feinkörnigen Kies , ca 1,5 mm.
Klingt schon mal gut. Wäre er noch etwas gröber würdest du gar keinen Mulm sehen (habe 2-3 mm), so kann es sein daß Du du etwas flockigen Mulm siehst, bis er kompakter wird und einsickert.
Könntest du mir Deinen Ausdruck "Schlamm pflegen" etwas genauer erklären, damit ich es verstehe.?
Das ist leicht: Einfach Bodengrund, sichtbaren Mulm und Filter in Ruhe lassen.
Heisst 30 l Volumen, dass der Filter 30 l !! Wasser fasst ?
Ich habe mal ins Datenblatt geschaut: Er hat 25 l Wasservolumen, wovon ca. 15 l Filtermaterial sind.

Generell würde ich für pflanzenlastige Becken eher kleinere Filter empfehlen, aber weil das Ding ziemlich teuer war, läuft es nun mit Tonröhren und Matten, um soviel Bakterientätigkeit wie möglich ins Becken zu verlagern. Einige Aquascaper lassen den Filter sogar leer laufen. Die haben aber auch kaum Fische.
Bezüglich der Sterbai,[..]
Ich habe schon öfter hier über die Futterbedürfnisse der Fische gepostet und grobe Berechnungen zur Futtermenge angegeben. Demnach braucht ein Fisch deutlich weniger an Nahrung, als der Mensch ihm instinktiv zufüttert.
Letztens war hier noch ein Bericht über ein verwahrlostes Aquarium, welches nach 3 Monaten? entdeckt wurde und die Fische ohne Futter überlebt haben!
Wenn ich raten müsste, würden 1/3 deiner jetzigen Futtermenge immer noch großzügig sein.
Aber nach Deinen Erläuterungen glaube ich,bin ich besser aufgehoben doch alle ca 2 Monate, wie du als Alternative schon vorgeschlagen hast, einen 30 %Wasserwechsel vorzunehmen,
Vielleicht reicht es auch einfach dein verdunstetes Wasser mit dem Deinem Leitungswasser zu ersetzten.
So bringst Du wieder Mineralien für Deine Pflanzen ein.

Ich finde zugegebener Maßen auch nicht alle Aspekte der Altwasser-Aquaristik plausibel.
Ich habe es damals ganz unbedarft ausprobiert und gute Erfahrungen damit gemacht.
Diese Erfahrung darf man natürlich nicht für jedes Becken verallgemeinern!

Deshalb bin ich auf Deine Erfahrungen gespannt.
Berichte bitte über das Fischwohl, die Pflanzengesundheit, die Wasserwerte (KH, pH, NO3, PO4) und Fotos sind natürlich immer gerne gesehen.

Ich hoffe ich konnte Deine Fragen beantworten.

Liebe Grüße
Stefan
 
Hallo Stefan !

Zu allererst wieder ein herzliches Dankeschön für Deine geduldigen und umfangreich sowie ins Detail gehende Antworten !

Zu Deinen Vorschlag das verdunstete Wasser mit Leitungswasser zu ersetzen kann ich einwenden, dass wir hier nördlich von Wien in Mistelbach ein äusserst kalkhaltiges Wasser haben , um die 30-35 !!! KH herum. (wohlgemerkt vom Brunnen im Keller des Hauses )Deshalb auch meine Überlegung zur Altwasserumstellung, da ich umständlich das Wasser mit Pumpe und Schlauch von der Osmoseanlage bzw. vom Gefäß des osmosvierten ? (keine ahnung ob das das richtige Adjektiv ist ) Wassers heraufpumpen vom Keller muss.
Unser hiesiges offizielles Leitungswasser der Stadt hat immer noch 24 KH.

Wenn ich jetzt , wie Dein Vorschlag immer wieder das verdunstete Wasser mit - sagen wir mal, weil es etwas weniger KH hat - mit dem Leitungswasser der Stadt mit 24 KH ersetze, komme ich mit der Zeit wahrscheinlich in meinen Aquarium sukzessive auf einen zu hohen KH Wert, den ich nicht haben will, da ja der Kalk nicht mitverdunstet ?

Ich muss , um ein Wasser mit ca 6 KH für mein Aquarium zu erhalten, mein Osmosewasser im Verhältnis von ca 2 : 8 mit Brunnenwasser vermengen. d.h. durch diese Zusammensetzung kommt auch um dieses Verhältnis weniger Mineralstoffe, wie du vorschlägst, ins Wasser.
Wird wohl nichts anderes bei mir übrigbleiben, um doch halbwegs Mineralstoffe ins Wasser zu bringen, wenn ich mich an Deinen Vorschlag mit 30 % halte, da hier dann doch mehr mineralstoffhältiges Wasser ins Aquarium kommt.


Bezüglich Fütterung habe ich schon einmal von dir Deine Stellungsnahme zur Fütterung , samt Ausführungen und Foto mit den Flocken auf der Waage, mit Verwunderung angeschaut und gelesen.
Wenn ich diese Menge , die das Foto zeigt auf meinen Fischbesatz umlege mit meinen 2 Skalar, 4 Guppy, 6 Neon , die winzigen Garnelen möchte ich gar nicht rechnen, und die Panzerwelse, die ja man auch äusserst sparsam füttern braucht, da sie sich ja auch von Pflanzenresten ernähren und sonstigen Abfall, dann komme ich bei mir auf eine tgl. Futtermenge von max. 1 gestrichenen Moccalöffel. ?
Darf ich das so verstehen !? Dies ist für mich wegen meiner erhöhten Phosphatwerte schon eine wichtige Frage, Stefan !

Als Pflanzen habe ich sowieso die schnellnachwachsende Wasserpest und eine weitere Pflanze mit dünnen langstieligen schmalen Blätter, die ich immer wieder oben abschneide, wenn die Blätter auf die Wasseroberfläche kommen ( weiß leider nicht mehr den Namen) die sich auch ziemlich rasch vermehren.
Nur kann man diese Pflanze nicht der hälfte nach kürzen und den oberen Teil wieder einsetzen, da sie so sicher nicht weiterkommt.
Werde diese vielleicht bei mir im Aquarium ausdünnen und deine Limnophila sessiliflora einfügen, die man ja wie die Wasserpest behandeln kann.

Wenn Du mir noch einmal kurz meine Fragen beantworten würdest, bzw. Deine fachlich fundierten Überlegungen, speziell zu meinen Futterüberlegungen, denn das ist glaube ich schon für mich, neben meiner vielleicht immer noch zu großen Fischanzahl ?für ein Altwasseraquarium bzw. eines welches diese Richtung in etwas ansteuern will, wichtig.

Werde auch demnächst, wenn ich es compurtechnisch schaffe, ansonsten mit Mithilfe meines Schwiegersohns, ein derzeitiges Foto von meinen Aquarium hier posten.

Weiters werde ich sukzessive meine Erfahrungen und Aquariumwerte hier einbringen, die sich so ergeben.
Die derzeitigen Werte natürlich demnächst als Beginn.

Liebe Grüße aus dem kalkhaltigen Mistelbach
Josef
 

Starmbi

Mitglied
Hallo,

Zu Deinen Vorschlag das verdunstete Wasser mit Leitungswasser zu ersetzen kann ich einwenden, dass wir hier nördlich von Wien in Mistelbach ein äusserst kalkhaltiges Wasser haben , um die 30-35 !!! KH herum.
Ja, das habe ich schon berücksichtigt.
Bei der Bildung von Nitrat (NO3-) wird immer nur das negative Anion Nitrat genannt. Das zugehörige positive Kation ist H+, somit entsteht HNO3, welches Salpetersäure ist.
Diese Säure "knackt" die Karbonathärte; es entsteht CO2, welche assimiliert wird, oder entweicht.
Das Wasser wird also immer KH-ärmer. Darum erscheint es mir nicht abwegig wieder etwas KH und GH zuzuführen. Bei der Kompensation der Verdunstung werden ja keine große Mengen benötigt.
Miß einfach KH/GH und entscheide ob du eine Substitution benötigst.
Wenn ich diese Menge , die das Foto zeigt auf meinen Fischbesatz umlege [..] , dann komme ich bei mir auf eine tgl. Futtermenge von max. 1 gestrichenen Moccalöffel. ?
Wenn Du damit Trockenfutter meinst, dann kommst du damit wahrscheinlich fast eine Woche aus!
[..] und eine weitere Pflanze mit dünnen langstieligen schmalen Blätter, die ich immer wieder oben abschneide, wenn die Blätter auf die Wasseroberfläche kommen ( weiß leider nicht mehr den Namen)
Das wird eine Valisnerien-Art sein. Wenn diese sich erst mal angepasst haben, sind das hervorragende Nährstoffvernichter!

Gruß
Stefan
 

fischolli

Mitglied
Moin Josef,

ich muß auch mein entmineralisiertes Wasser aus dem Keller in den zweiten Stock pumpen, wo die Aquarien stehen. Dafür habe ich mir eine REgenfasspumpe gekauft (von Gardena, gibt es aber auch billiger), die schafft das völlig problemlos.

Gruß
 
Hallo Stefan !
Hier meine Wasserwerte nach 2 Monaten ohne Wasserwechsel: KH = 6 PO4= 1,8 PH=7,4 NO3=50
CO2 = 7.2 NO2= 0
CO2 muss also corrigiert werden. Fülle also,sobald nötig, wie Du vorschlugst das verdunstete Wasser mit Leitungswasser, KH ca. 24, auf. Weitere wöchentliche Berichte der sich entwickelnden Situation folgen.
Fütterung in etwa Mengen wie du meintest - hoffentlich verhungern sie mir nicht,:D
Wasserpflanzen werden verjüngt.

Gruß Josef
 

Anhänge

Wasserwerte am 15.7.: KH 5 - PO4 2,4 - PH 7 - NO3 15 - CO2 15 - NO2 0
Grünalgen am Aquariumglas überschaubar , sogar wegen der Whitepearlgarnelen erwünscht.
Wasser klar. Keine Veränderung bei den Fischen. Gefüttert wird weniger.
Insgesamt keine Besonderheiten.

Josef
 

Wolf

Mitglied
Hallo Josef,
So schlecht sind die werte gar nicht, nur PO4 könnte etwas weniger sein.
Eine Anmerkung hätte ich da, warum füllst du dein Aquarium nicht ganz auf? Sieht doch dann gleich viel besser aus.
Die Pflanze, hat stefan richtig erkannt und so wie ich das sehe, ist es eine valisneria gigantea. Durch dein ständiges schneiden werden die Blätter leider immer dünner. Wenn du sie mal wieder mit richtig breiten Blätter haben möchtest, solltest du sie mal richtig wachsen lassen.
L.g. Wolf
 
Hallo Wolf,
Bezüglich Wasser ist es so, dass die Aufnahme vor dem Nachfüllen des verdunsteten
Wassers gemacht wurde. Fülle es immer erst nach verdunsteten 10 l auf.
Bezüglich der Pflanzen schaut zurzeit alles noch kürzer aus, da ich den Rat von Stefan aufgriff und "gartelte". Habe daher meine Wasserpest und die Valisnera ziemlich gekürzt um für das Phosphat "platz zu schaffen.
Ihr hört nächste Woche wieder von mir mit den Werten.
Schönen Gruß aus Österreich.
Josef
 
Hallo Stefan !
Die wöchentlichen Werte : KH 6 (nach auffüllen mit 10l 28 KH Leitungswasser am 21.7. lt. deiner Vorgabe ) PO4 3 - PH 6,8 - NO3 18 - CO2 25 -NO2 0
Am 27.7. 3 Monate ohne Wasserwechsel -nur auffüllen des verdunstenden Wassers.
L.G. Josef
 
Hallo Stefan !
Werte: KH 9 - PO3 3,2 -PH 7,2 - NO3 40 -CO2 15 - NO2 0,15

Habe Probleme beim Messen von PO3 mit dem JBL Messwerkzeug: Der Vergleich des Testglases mit der Testflüssigkeit mit dem neutralen Wasserglas
ist, trotz Verdünnung der Testflüssigkeit mit Osmosewasser 1: 1, da die Werte über die maximalen Werte auf der Testskala gehen - wie aber auch schon vorher bei niedrigeren Werten, mühsam beim Vergleich der beiden Werte mit dem Einsetzen in das "Vergleichsgestell". Mir wäre ein gewöhnliches Aufstellen des Glases mit der Testflüssigkeit neben der Farbpunkte , ohne ein weiteres Wasserglas auf diesen Farbpunkt zu stellen angenehmer, vorausgesetzt er bringt halbwegs vernünftige Ergebnisse. Oder hast du da Bedenken- bzw. welche Firma nimmst du bei den Testflüssigkeiten ?

Co2 ist normalerweise höher, habe aber zurzeit eine frische Befüllung von meiner Hefezuckertortengeleegemisch das ich zur C02 erzeugung nehme und da es ja laufend Co2 abgibt blase ich sicherheitshalber relativ viel O2 ins Wasser damit mir die Fische nicht ersticken. Das legt sich nach ca 3-4 Tage und dann kann ich wieder den C02 gehalt steigen lassen da er dann nicht mehr über den kritischen Punkt geht. Ich gebe relativ viel Hefe dazu, damit ich mit einer Befüllung ca 6 - 8 Wochen auskomme.

Beim N=2 mache ich mir bei diesen Wert noch keine Sorgen, werden weitersehen.
Der KH Gehalt steigt aber trotzdem ! Bis jetzt ca 30 l ca 30 KH Wasser nachgefüllt.

L.G. Josef
 

Starmbi

Mitglied
Hallo Josef,
im oberen Bereich ist der PO4-Test schwer ablesbar, verdünne mal 1:4 oder mehr.
Meinen JBL-Nitrattest wurde durch den Nitrat-Test von Macherey-Nagel abgelöst.
Ich gebe relativ viel Hefe dazu, damit ich mit einer Befüllung ca 6 - 8 Wochen auskomme.
Viel Hefe verkürzt Reichweite der Mischung. Die CO2-Menge hängt von Zuckermenge ab.

Wenn die KH weiterhin steigt, würde ich das Wasser mit Osmosewasser strecken.

Gruß
Stefan
 
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