Neuer Aquarianer 350l Becken braucht Hilfe

Wolf

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Hallo,
Wenn auf der Rechnung steht Neon rot und er auch den roten Streifen von ganz vorne her hat, dann wird es sich wohl um den paradeirodon axelrodi handeln( roter Neon).
Am einfachsten senkt man zuerst die kh, da diese den ph Wert puffert. Wenn das noch nicht reichen sollte kann man den ph noch mit co2 etwas senken. Vorsicht bei einer hohen kh kann man den ph Wert nicht mit co2 in den sauren bereich bringen, dass wäre zuviel für die Fische.
L. G. Wolf
 

fischolli

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Moin,

mit komplettem Streifen ist es der rote Neon (P. axelrodi). Das ist ein ausgesprochener Weichwasserfisch, passt mit Mollys so garnicht zusammen. Die mögen PH-Werte um die 6 und Härtegrade am besten gegen 0. Wenn du nicht massiv Wasserpanschen willst, solltest du die abgeben.

Gruß
 
Okay danke für euren Input. Es ist echt nicht so einfach. Jeder sieht das anders. Es gibt auch die Theorie, dass es sich ja nicht um Wildfänge sondern um Zuchtfische handelt. Die sind in nem Ort mit noch größerem PH Werr (um die 8) gezüchtet worden und man sagt da sie es nicht anders kennen, können die das ab.
Dasselbe mit den Mollys: jemand empfahl mir das Wasser leicht aufzusalzen. Jemand anders sagte bloß nicht, da die gezüchteten das überhaupt nicht kennen....‍♂
 

fischolli

Mitglied
Moin,

das ist absoluter Blödsinn. Eine Anpassung an andere Wasserbedingungen dauert Jahrzehnte bis Jahrhunderte. Und ich halte jeden für einen Lügner, der behauptet P.axelrodi bei PH 8 nachgezogen zu haben. Man kann immer irgendwelche Quellen heranziehen, um ungeeignete Haltungsbedingungen zu rechtfertigen. Besser ist es, sich an die Infos zu den Ursprungshabitaten zu halten und die möglichst nachzubilden.

Gruß
 

fischolli

Mitglied
Moin,

Stendtker sind doch die, die die Disken mit Rinderherz aufpumpen, oder? Ich behaupte mal, auch die fühlen sich in weichem Wasser wohler. Und was heißt "Leitungswasser"? In manchen Gegenden Deutschlands kommt traumhaft weiches Wasser aus dem Hahn. DA passt es dann natürlich.

Gruß
 

Mezzomixen

Mitglied
Stendtker sind doch die, die die Disken mit Rinderherz aufpumpen, oder? Ich behaupte mal, auch die fühlen sich in weichem Wasser wohler. Und was heißt "Leitungswasser"? In manchen Gegenden Deutschlands kommt traumhaft weiches Wasser aus dem Hahn. DA passt es dann natürlich.
Ja die sind das :D . Die sitzen ganz bei mir in der Nähe in Warendorf. Hab da mal gerade eben geguckt. kh 11 und gh 14 laut Wasserwerken.
 

Z-Jörg

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Als prominentestes Beispiel hast du hier die Stendkerdiskus. Die züchten die schon seit Ewigkeiten in ihrem Leitungswasser. Werden aber auch im Handel meist schon explizit Stendkerdiskus und nicht einfach Diskus genannt.
Grüße
Das die Diskusfische in so hartem Wasser züchten halte ich für ein Gerücht.
Die werden die Fische lediglich im Leitungswasser groß ziehen.
Die roten Pflanzen wachsen z.T. auch bei mir ohne Co2, hält eben nicht alle...
Aber mir sind auch die Fische wichtiger und L- Welse mögen Co2 gar nicht so gerne.
 

mraqua

Mitglied
Moin,
Laut Deren Seite ziehen die die Fische bie kh8 auf. Also scheinen sie selbst für die Aufzucht das Wasser weicher zu mischen.
Von den Werten zur Zucht sprechen die da (soweit ich das auf die schnelle gesehen habe) nicht.
 

Mezzomixen

Mitglied
Hallo zusammen

Ich hab auch nicht geschrieben, dass ich Leuten mit kommerziellen Interessen unbedingt alles abnehme :). Ich persönlich würde da jetzt auch nichts kaufen. Allerdings züchten die da wirklich schon ewig und selbst eine kh von 8 würde ich bei Diskus oder gerade WF als viel zu hart ansehen. Will damit also nur sagen, dass es nach Jahrzehnten sicherlich eine Anpassung geben wird.

Grüße
 

JoKo

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Wie sich zu weiches bzw. zu hartes Wasser auf das Tier auswirkt, wird aus meiner Sicht allgemeinverständlich in ein paar wenigen Sätzen hier beschrieben: https://5m3.de/wasserwerte/wasserhaerte

In Punkt 20 werden auch die angeblich an hartes Wasser gewöhnte Diskus erwähnt ...



Ich glaube nicht daran, dass ein paar Jahrzehnte ausreichen um das zu erreichen wofür die Evolution Jahrtausende benötigt, beim besten Willen nicht.
 

Wolf

Mitglied
Hallo Jochen,
Das ist mir im Moment etwas zuviel zu lesen, hohl ich aber noch nach. Die zwei Punkte, die gelesen habe, spiegelt genau meine Meinung. Gerade der Beitrag zur zucht kann ich nur bestätigen. Ich hatte schon Fische, deren Laich nur bei nahe 0 härte sich entwickelt hat.
L. G. Wolf
 

Mezzomixen

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Nochmal hallo

Ob es jetzt Jahrzehnte oder Jahrhunderte usw. sind ist ohne wissenschaftliche Untersuchungen rein spekulativ.

Ich persönlich kann mir allerdings vorstellen, dass es nicht Tausende von Generationen benötigt.
 
Okay als Anfänger ist das schon alles ziemlich viel. Ich habe z.B. gedacht, wenn ich mein Juwel 350l Paket einfach so aufbaue, einfahren lasse, Werte messe und dann Fische dazu auswähle, dann wäre das so in Ordnung. Aber wenn man auf obigem link mal sieht, was man noch alles beachten kann, kann einem ja schwindelig werden!
Was mich noch interessieren würde: wie und wann sehe ich eigentlich am Verhalten, dass es einem Fisch aufgrund zu hoher/niedriger ph Werte nicht gut geht? (Außer, dass es vielleicht zu Krankheiten/verkürzter Lebenszeit kommt)?
 

fischolli

Mitglied
Hi,

@Mezzomixen

Das glaub ich aber doch, dass es so viele Generationen dauert.

@ Fritz

Ich habe mal in meiner Anfängerzeit Malawicichliden in mein Weichwasseraquarium gesetzt, weil die so schöne Farben hatten. Bei mir waren sie dann blass, haben die Flossen geklemmt und schlecht gefressen. Als ich sie dann irgendwann an einen Malawi-Aquarianer abgab, blühten die regelrecht auf.

Gruß
 

mraqua

Mitglied
Moin,
Diese Veränderungen geschehen aber auch nicht weil sich der Fisch dann wohler fühlt sondern weil alle die mit diesen Werten nicht klar kommen sterben bevor sie sich vermehren konnten oder zumindest deutlich weniger vermehren konnten als besser angepasste.
Also würde das nur funktionieren wenn die meisten Fische die Werte nicht vertragen und daher sterben (aufgrund von unpassenden Wasserwerten) und nur die angepassten überleben und sich fortpflanzen.
Fordert viele Tote und wir wissen ja das sich eben doch viele Fische bei unpassenden Werten halten und teilweise eben auch vermehren lassen, nur das dadurch eben keine Anpassung geschieht, zumindest nicht zwangsläufig.
 

JoKo

Mitglied
Okay als Anfänger ist das schon alles ziemlich viel. Ich habe z.B. gedacht, wenn ich mein Juwel 350l Paket einfach so aufbaue, einfahren lasse, Werte messe und dann Fische dazu auswähle, dann wäre das so in Ordnung. Aber wenn man auf obigem link mal sieht, was man noch alles beachten kann, kann einem ja schwindelig werden!
Mal ganz praktisch gedacht: mach es genau so. Lass Dich nicht von zu viel verwirren.
Ja, schon nach den Wasserwerten den Besatz auswählen, d.h. in erster Linie Wasserhärte. Der pH Wert stellt sich im Becken in der Regel sowieso anders ein als Dein Leitungswasser hat, d.h. abhängig von KH und CO2.
Was ist nun die richtige Wasserhärte: du suchst online und findest in aller Regel unterschiedliche Angaben. Der eine sagt bis KH5, der andere bis KH2, der andere bis KH8. Was ist nun richtig? Hmmm ... der Hinweis von Olli ist richtig: was haben die Tiere in der Natur, daran kann man sich orientieren. Aber: auch dort gibt es Schwankungen, z.B. abhängig von Regenzeiten, d.h. man sollte dann auch das wissen. Nicht immer einfach zu erfahren. Sollte man dann aber etwas von KH2 in der Natur lesen, dann sollte man die KH8 nochmals überdenken. Meistens ist dann die Mitte die man so liest als Grenze gar nicht so schlecht.

Also: mach es so wie Du oben geschrieben hast. In die "Tiefen" der Aquaristik dringt man dann erst nach einiger Zeit ein .... und lernt Jahrzehnte lang immer noch etwas neues.


fischolli: nur als Ergänzung am Rande: das Wasser im Malawisee ist entgegen von üblichen Vermutungen gar nicht so hart (im Gegensatz zum Tanganjikasee). Es hat nur ca. GH5. Wegen dem Vorkommen von Alkaligestein ist jedoch der pH-Wert deutlich über 7. Und das ist sowohl für Malawi- und Tanganjikacichliden das Hauptkriterium: pH auf jeden Fall alkalisch, >7.5. Das von Dir beschriebene Flossenklemmen ist genau ein Anzeichen dass das Wasser nicht passt, vermutlich hattest Du sehr weiches Wasser mit womöglich pH <7
 

Starmbi

Mitglied
Hallo,
Ich glaube nicht daran, dass ein paar Jahrzehnte ausreichen um das zu erreichen wofür die Evolution Jahrtausende benötigt, beim besten Willen nicht.
Bei gezielter Zucht, also ohne die "sanfte" Evolution geht das schon wesentlich schneller.

Es sterben halt alle, die mit den Bedingungen nicht zurecht kommen und man vermehrt die Überlebenden weiter.
Nach dem Motto "Nur die Harten kommen in den Garten".

Schau Dir die Züchtungen (Pflanzen, Tiere) an: Unsere Paprika ist in nur 25 Jahren von der kleinen, scharfen Japaleno zur großvolumigen bekömmlichen Paprika geworden. Bei vielen anderen Züchtungen gilt das Gleiche.

Ich kann mir sehr wohl vorstellen, dass Fische an andere Wasserbedingungen angepasst werden können, aber wir können den Züchtern nur vertrauen oder misstrauen, ob die Fische bei den genannten Bedingungen "gut leben" oder lediglich "überleben".
Es gibt tatsächlich ausgeklügelte Versuchsvorrichtungen, bei denen Fische frei in verschiedene Wasserqualitäten schwimmen können, um deren Vorlieben feststellen zu können. Das liegt aber wohl außerhalb des Budgets eines Züchters.

Gruß
Stefan
 

JoKo

Mitglied
Hi,

Schau Dir die Züchtungen (Pflanzen, Tiere) an: Unsere Paprika ist in nur 25 Jahren von der kleinen, scharfen Japaleno zur großvolumigen bekömmlichen Paprika geworden. Bei vielen anderen Züchtungen gilt das Gleiche.
Wenn es denn so einfach wäre eine Pflanze oder ein Tier innerhalb weniger Generationen an andere Lebensumstände anzupassen: warum wächst in der Kalahari noch kein Getreide? Warum wachsen in Deutschland nicht schon lange Bananen, Orangen und Zitronen?

Warum wurde - wie oben in dem Link erwähnt, die Energieeinsparung des Züchters wäre enorm - noch kein Diskus gezüchtet der auch bei deutlich geringeren Wassertemperaturen lange leben kann?


Die Paprika die Du erwähnst sind doch nur äusserliche Merkmale, so wie unterschiedliche Farbformen beim Diskus oder anderen Tieren.
 

Mezzomixen

Mitglied
Hi

@JoKo
Ich denke die Antwort ist, wie in so vielen Dingen, das Wort Geld bzw kurzfristiger Gewinn.
Solange es günstiger ist, etwas über tausende Kilometer und womöglich auch noch gekühlt durch die Gegend zu karren ( und damit den Markt zu sättigen)als lokale oder regionale Lösungen anzustreben stellt sich die Frage nach z.B. Bananen und Orangen in Deutschland nicht.
Und dass es gewisse Grenzen gibt ist ja auch nicht abzustreiten. Es geht ja auch nicht darum aus einem Fisch ein Säugetier zu züchten.

Grüße
 
Oben