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Zuchtversuch roter Pfeffersalmler (Axelrodia riesei)

Dieses Thema im Forum "Zucht" wurde erstellt von fischolli, 11. Mai 2015.

  1. fischolli

    fischolli Mitglied

    Moin,

    ich hab Urlaub und müsste eigentlich bei meinen Becken bei, hab aber garnicht die rechte Lust. Also schreib ich lieber mal was zu meinen Ambitionen/Vorbereitungen, meine roten Pfeffersalmler mal gezielt nachzuziehen. Ich habe bisher noch nie gezielt Salmler nachgezogen, ist also auch für mich völliges Neuland. Ich finde diesen Salmler aber dermaßen schön, dass ich das gern mal probieren möchte. Um die hier geht es:






    Kommt auf den Bildern nicht so richtig rüber, aber zum Teil (Männchen?) sind die knallrot.

    Dann erstmal Literatur gewälzt/gesucht. Dabei festgestellt, dass es zu deinen keine Zuchtberichte gibt, jedenfall keine frei verfügbaren. Ebenso habe ich keine Ahnung, wie man bei denen die Geschlechtsunterscheide feststellen soll, ausser das übliche (Weibchen gerundeter usw.) Also wird das Ganze als "try and error" - Versuch laufen. Hauptquelle ist dann der gute alte Helmut Stallknecht mit seinem Werk: "Man nennt sie Salmler"

    Als Equipment habe ich dann mein Keilbecken rausgekramt. Ist ein Standard 25l-Becken, in dem der geniale Gerd Arndt einen Glaskeil mit einem schmalen Spalt eingebaut hat. Durch das Ansaugen des Wassers durch den Keil und Rücklauf in das Hauptbecken werden so kleine Jungfische durch den Keil gezogen und vor den gefrässigen Eltern geschützt.




    Um die Ausbeute zu erhöhen, wollte ich aber einen Laichrost zusätzlich einsetzen. Dieser muß/soll aber den gesamten Bodenberich abdecken, muß also die Umrisse des Schwimmabteils der Eltern inklusive Keil lückenlos ausfüllen. Das ist ja was für einen mit zwei linken Händen wie mich. Fing damit an, welches Material für den Laichrost. Es sollte möglichst steifes Gewebe mit kleinen Maschen sein, damit die Salmler nicht durchpassen. Fündig wurde ich im Baumarkt mit einem Gewebe aus Edelstahl. Unter Einsatz von Stunden und mit Hilfe meiner Fau dann daraus ein passendes Teil zurechgeschnitten. Aus Plastikleisten dann noch einen Rahmen gebastelt, damit unten genug Platz ist zum reinkucken, ob da Laich liegt. Das war der volle Reinfall, von wegen Edelstahl. Ich habe noch nie etwas so schnell rosten sehen wie mein schönes teures Blelch. :evil:



    Also ging die Suche weiter, es war einfach nix zu finden. Samstag dann beim Bummeln durch einen Gartenmarkt stiess ich auf Baumschutzfolie, die genau die Bedingungen erfüllt: Kleine Maschen, Kunststoff und dazu noch dunkles Material. Da das Zeug aber nicht so stabil wie das Bech ist, mußte der Rahmen erweitert werden, um das Zeug dadrauf zu befestigen. Wieder eine schöne Aufgabe für den Nicht-Handwerker. :dance: Ich hab es aber dann doch hinbekommen.



    Das Gewebe lässt sich deutlich leichter zurechtschneiden als das Blechzeugs. Danach, die Heißklebepistole ist dein bester Freund, irgendwann hab ich auch die Finger wieder vom Rahmen abbekommen.



    Nachdem das getrocknet war, kam der Test beim Einsetzen in das Becken. Es passt, die Ränder des Rahmen schliessen fast vollständig mit den Glaswänden ab, da passt kein Salmler durch:



    Gruß
     
  2. fischolli

    fischolli Mitglied

    Anschliessend dann Wasser aufgefüllt, dabei nehme ich VE-Wasser, etwas verschnitten mit Leitungswasser und 130 µS/cm Leitwert. Das Schwimmabteil dann mit Wasernabel vollgestopft. Es kommt dann noch ein Säckchen Torf oder Torfgranulat rein, zum einen zum etwas ansäuern, zum anderen, um das Wasser dunkler zu machen.



    Dann kommt noch die spannenste Aktion, diese kleinen, sehr scheuen Viechr aus meinem 200l-Postt rauzufangen. Aber das ist dann die nächste Geschichte.

    Gruß
     
  3. Ahoi,

    sind wirklich sehr schöne Tiere - viel Erfolg bei der Zucht :)

    Wie groß ist der Spalt im Keil eigentlich? Auf den Bildern jedenfalls erkenne ich ihn nichtmal?

    Grüße
    Thomas
     
  4. fischolli

    fischolli Mitglied

    Hi Thomas,

    ich schätze mal 1 - 1,5 mm. Sollen ja auch nur frischgeschlüpfte Larven durchpassen.

    Gruß
     
  5. Hi,

    ich bin gespannt, ob die Nachzucht klappt, da ich die kleinen "Stinker" ebenfalls halte. Nachziehen ist zwar nicht meins, aber ich werde den Thread dennoch mal beobachten.
    Good luck. ;)
     
  6. fischolli

    fischolli Mitglied

    Hi Sabrina,

    sind deine auch solche Schisser, die bei jeder Bewegung vor dem Becken erstmal auf Tauchstation gehen?

    Gruß
     
  7. Hey Olli,

    viel Erfolg dir! :thumleft:

    Dein Becken sieht Proimäßig aus. Das mit dem Keil ist echt pfiffig! Was ist VE-Wasser?
    Lg
    Jürgen
     
  8. fischolli

    fischolli Mitglied

    Hi Jürgen,

    das Becken ist von Gerd Arndt gebaut, von dem auch die legendären Gerd-Kästen stammen. Sagenhaft, ich würde das nie so hin bekommen.

    VE steht für Vollentsalzer. Damit kannst völlig entmineralisiertes Wasser herstellen, das reiner als destilliertes Wasser ist. Dannwrd das wieder mit etwas Leitungswasser vermischt, bis der Leitwert/Härte passt. Dafür ist ein Leitwertmessgerät allerdings fast Pflicht.

    Gruß
     
  9. Starmbi

    Starmbi Mitglied

    Hey Olli!
    Kommt auf den Standpunkt an. :wink:

    Alle Wasseraufbereitungsmethoden haben Vor- und Nachteile.

    VE-Entsalzer entfernen alle geladenen Bestandteile, also positive Kationen und negative Anionen.
    Alle ungeladenen Bestandteile, wie z.B. viele Pestizide passieren den Filter ohne Probleme!

    Bei Umkehrosmose können auch ungeladene Stoffe entfernt werden. Allerdings werden größere Moleküle besser entfernt als kleinere Moleküle. Da werden die Pestizide recht zuverlässig entfernt.

    Bei der Destillation wird nach der Verdampfbarkeit getrennt.
    da wird weder nach Ladung, noch nach Molekülgröße getrennt.

    Wenn Du wirklich reines Wasser willst, solltest Du alle 3 Methoden kombinieren.

    Praktisch wird es bei hochreinem Wasser heute so gehandhabt, daß VE-Wasser über Umkehrosmose und einem Aktivkohlefilter gereinigt wird.

    Normalerweise reicht uns Aquarianern aber ein Verfahren.
    Dabei sollte man aber die Aufbereitungsmethode nach der Problematik richten.

    Enthärtung wird von allen hier vorgestellten Verfahren gewährleistet.

    Gruß
    Stefan
     
  10. fischolli

    fischolli Mitglied

    Moin Stefan,

    vielen Dank für die Erklärung. Bei Dir lernt man immer noch wider etwas dazu. :thumright:

    Gruß
     
  11. MOOSKUGEL

    MOOSKUGEL Moderator AQL-Team

    Moin Olli,
    da Axelrodia oft als Beifang von Paracheirodon auftritt und mir beide Gattungen eh recht "verwandt" erscheinen, finde ich den Beckenaufbau schon mal sehr gut gewählt.
    Nun müssen nur noch die Hauptakteure mitspielen :wink:

    Gruss Heiko
     
  12. fischolli

    fischolli Mitglied

    Moin,

    so, nach ca. 3 Stunden habe ich 8 von den kleinen Mistviechern rausbekommen. Unter Einsatz einer selbstgebauten Reuse und parallel Einsatz einer Fangglocke hab ich jetzt aufgegeben. Ich habe einfach richtig rote und etwas blassere genommen, da ich keine Möglichkeit sehe, die Geschlechter zu unterscheiden. Es oll ja Leute geben, die die von der Ansicht von oben unterscheiden können. Ich kann das nicht. Aber, wer will noch mal und hat noch nicht. :mrgreen:





    Gruß
     
  13. Hi Olli,

    oh ja, ich hab manchmal das Gefühl, das man nur aus der Entfernung gucken brauch und die Bande genau weiß, das sie "begafft" wird. Auch wenn man eigentlich die Garnelen meint, die das Becken ebenfalls als Ihr Zuhause auserkoren haben. Solche Schisser hatte ich bisher noch nie. Selbst beim Füttern halten die sich zurück. *kopfschüttelt*. Aber es tröstet mich, das es nicht an mir liegt, sondern an der Art. ;)
     
  14. Hi Olli,

    Wie willst du mit den Topmodels jemals zum Erfolg kommen ???
    Ich habe selten so schlanke Salmler gesehen.

    Ich hatte die auch mal, und ich habe selten so unwillige Fische gesehen. Es gibt auch ihn den Untiefen des Netzes einen Bericht über eine Zufallszucht, morgen suche ich nochmal.

    Gruß Frank
     
  15. fischolli

    fischolli Mitglied

    Moin Frank,

    wellcome back.

    Ich habe auch einen sehr allgemeinen Bericht über diese Zufallszucht gefunden. Die Fischer bekommen wirklich gut zu fressen. Vielleicht hab ich ja nur Männchen. :(

    Gruß
     
  16. Hi Olli,

    Ich meine auch nicht, dass die kein Futter abbekommen, aber von oben sehe ich da keine Unterschiede. Was die färbung angeht bin ich auch immer verzweifelt, keine Ahnung ob das ein Geschlechtsunterschied ist.
    Vom Ansatz würde ich mich an die Berichte zur Neonzucht halten, die kommen ja gemeinsam vor. Also nicht zu warm, stinksauer und weich.

    Evtl. mal nach hell und dunkel trennen und nach 4 Wochen wieder zusammen setzen. Mit entsprechendem frischen Wasser.
    Meine hatten auch die unterschiedlichen Färbungen.
     

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  17. fischolli

    fischolli Mitglied

    Hi Frank,

    FKS hat eine interessante Theorie aufgestellt. Einige Tiere haben in der Afterflosse einen weissen saum, der lediglich über den unteren Rand der Flosse geht. Andere dagegen haben den Saum auch auf dem anderen Rand, also quasi umlaufend. Auffallend ist bei meinen Tieren, dass die mit dem umlaufenden Saum auch die mehr ausgefärbten Tiere sind. Bei meinen Bildern ganz am Anfang des Threads wäre auf den Bildern 1-3 das gut zu sehen. Das rote Tier hat diesen umlaufenden Saum, die blasseren nicht. Schon merkwürdig, dass es dazu so gar nix gibt.

    Weich habe ich, die sitzen in 100 µS Leitwert, sauer denk ich auch, hab ein SÄckchen Torfgranulat reingehängt (mein PH-Messgerät spinnt etwas). Habe gerade mal 5 L Wasser gewechselt, soll ja manchmal anregend sein. Die Bande ist inzwischen auch nicht mehr so scheu und zeigt sich mal vorne an der Scheibe.





    Gruß
     
  18. FKS

    FKS

    Wenn du bekommst: lebende, schwarze Mückenlarven (eventuell mal in Dauergräben an Wegrändern im Wald gucken). Die triggern bei Salmler ganz gut und fördern laichansatz. Kein zu fettes Futter (rote ML, Tubifex, Grindal, etc).
     
  19. fischolli

    fischolli Mitglied

    Moin,

    ich habe soeben den ersten Versuch beendet. Durch die längere Verweildauer der Tiere in dem Keilbecken und der damit einhergehenden Fütterung, war zum einen das Becken ziemlich versifft, zum anderen war auch nicht ein Ei oder geschweige denn eine Larve erkennbar. Mangels sinnvoller Becken (aus denen ich die auch nochmal wieder rausbekomme, sind die jetzt als Beifische estmal in das 54er meiner Apistogramma ortegai eingezogen. Vielleicht animiert das die ja, mal wieder loszulegen, da passiert nämlich auch nix, seit sie in ein separates Becken gezogen sind.

    Das Keilbecken habe ich jetzt gereinigt und mit frischen Wasser befüllt. Ich werde dann erstmal versuchen, den Ph-Wert auf 5 zu senken und das Wasser einzufärben.

    @ FKS

    Gerade schwimmen die verbliebenen Kandidaten im 200er vor meiner Nase rum. Mal von deiner Theorie ausgehend, sind da welche mit richtig prallen BÄuchen drin und das liegt nicht am Futter. (Gestern war Fastentag und heute gabe es auch noch nix) :evil:

    Mangels Berichten zu den Fischen habe ich mir jetzt mal diverse Berichte zur Zucht von roten Neonsalmlern durchgelesen. Dort wird zwar reichlich voneinander abgeschrieben, aber von m.E. recht seriösen Quellen wird geschrieben, die sollen in ein total abgedunkeltes möglichst steriles Becken. Ob das mehr Erfolg bringt?

    Gruß
     
  20. fischolli

    fischolli Mitglied

    So, für FKS und flüthi speziell, ich hab mal versucht, Bilder der vermeintlichen Weiber zu machen, die noh im 200er sitzen. Ich find die ganz schön prall, wie gesagt, kann nicht durch Futterk kommen.









    Sorry, besser erwisch ich die kleinen Mistviecher nicht, einfach zu schnell.

    Gruß
     

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